Warum Blähton in deinem Hochbeet nichts verloren hat

Kein Blähton im Hochbeet?

Aber das ist doch für die Drainage. So läuft das Wasser gut ab.

Wenn das deine Überzeugung ist, lade ich dich ein, diese Überzeugung zu prüfen.

 

Hochbeetpflanzen sind Hochleistungs- Produzenten deiner Nahrung

Du pflanzst in aller Regel etwas an, von dem du eine hohe Ernte erwartest. Gemüsepflanzen produzieren nicht nur Blattgrün (ausser Spinat, Salate oder andere Schwachzehrer). Auch Früchte mit saftigem, oft süssem Fruchtfleisch wird produziert. Diese Energie muss aus dem Sonnenlicht gewonnen werden. So können mit Wasser und den Nährstoffen im Boden sowie CO2 aus der Luft die benötigten Substanzen für Pflanzenwachstum, Blüte und Frucht produziert werden.

Wasser als kostbare Ressource im Hochbeet

Das Wasser erfüllt drei Hauptzwecke in deinen Hochbeetpflanzen:

  1. Das Wasser wird mit hohem Druck in die Zellen eingebaut. Zusammen mit den Pflanzenfasern entsteht sehr schnell ein Gerüst zum wachsen. Dies sind Wurzeln, Stängel und Blätter. Einerseits will sie in die Höhe zum Sonnenlicht schnellen. Andererseits braucht die Pflanze Wurzeln. Mit Millionen kleinsten Haarwurzeln tauscht sie sich mit Mikroorganismen aus. Sie liefert Zucker. Dafür erhält sie Zugang zu den Mikronährstoffen im Boden. Mit dem Wasser als Baustoff muss die Pflanze wenig Energie in die Holzanteile der Pflanzen investieren. So kann sie sich auf die Fruchtbildung (Vermehrung und damit Arterhaltung) konzentrieren.
  2. Die Substanzen in den Wurzeln müssen dorthin, wo die Pflanze wächst. Der Transport der Stoffe geschieht mit dem Wasser, das nach oben transportiert wird. Mit der sogenannten Blattatmung wird Wasser für die Energiegewinnung benötigt (Photosynthese). An sonnigen Tagen und viel Blatt- Oberfläche benötigt die Pflanze viel Wasser.
  3. Früchte wie Gurken, Zucchini oder Tomaten enthalten viel Wasser. Dieses kommt ebenfalls aus dem Boden – via Wurzeln in die Frucht.

 

Was passiert, wenn die Pflanze regelmässig zu wenig Wasser hat?

Bei Wassermangel hat die Pflanze Probleme:

  • Die kühlende Blattatmung fehlt. Die Photosynthese wird reduziert.
  • Stängel, denen Wasser fehlt, können das Gewicht der Früchte nur schwer tragen und können knicken.
  • Früchte werden nicht schön ausgebildet.

Was passiert im Hochbeet, wenn der Boden an der Oberfläche austrocknet?

  1. Die Wurzeln sind gestresst. Hitze und Trockenheit schaden den feinsten Haarwurzeln.
  2. Diese feinen Haarwurzeln trocknen aus und sterben ab. Dadurch erhält die Pflanze von dort keine Nährstoffe mehr. Der Austausch im Boden ist blockiert.
  3. Fehlen die Stoffe aus dem Boden, schwächt dies die Pflanze. Krankheiten oder Mangelsymptome werden sichtbar. Die Ernte kann einbrechen.
Wurzeln von einem 2monatigen Tomatenstrauch
Bild: 2 Monate alte Wurzeln eines Tomatenstocks. Bei Wassermangel sind die waagerechten Wurzeln in Gefahr.

Was passiert, wenn ich zu viel Wasser im Hochbeet habe?

Viel hilft viel – Fehlanzeige! Diesen Zustand solltest du vermeiden. Warum?

Die Erde braucht Luft. Eine Handvoll gute und lebendige Erde beherbergt Milliarden Mikroorganismen. In Terra Preta (Schwarzerde) hat es besonders viele der kleinsten Helfer in der Erde. Diese verdauen (essen) Bestandteile im Boden, und benötigen dafür Sauerstoff. Fehlt dieser, sterben diese mikroskopisch kleinen Bewohner ab. Andere Mikroorganismen können ohne Sauerstoff leben und nehmen überhand. Ihr Verdauungsprodukt riechst du, es beginnt nach Gülle zu stinken. Dieses Bodenklima ist für Pflanzen und für dich nicht gesund. Die Pflanzen sterben ab.

Deshalb ist es enorm wichtig, in deinem Hochbeet dafür zu sorgen, dass der Wassergehalt in der Erde möglichst stabil bleibt.

Die Gefahren von Blähton im Hochbeet als Drainageschicht

Für das Problem, dass es im Hochbeet oder in einem Blumentopf zu viel Wasser hat, ist Blähton als erste Schicht am Boden oft erste Wahl. Warum? Durch die groben Stücke fliesst überschüssiges Wasser ab. Es gibt keine Staunässe mehr. Das Problem „zu viel Wasser“ ist also gelöst. Und da niemand unten in ein geschlossenes Gefäss sehen kann, scheint dies doch eine gute Lösung zu sein, oder?

Die Blähtonschicht presst das Wasser aus der Erde.

Unglücklicherweise fliesst nicht nur das überschüssige Wasser ab. Der Druck der schweren Erde lastet stark auf der Blähtonschicht. Diese wirkt nun so wie ein Sieb und presst die Erde aus.

Wenn du in diesem Fall nicht eine supergute und gesunde Erde mit einem hohen Wasser- Rückhaltevermögen hast, verliert die Erde ihr kostbares Wasser. Nur noch die Poren zwischen Erd- Fragmenten können etwas Wasser zurückhalten. Und was passieren kann, wenn Wassermangel im Boden herrscht, kannst du etwas weiter oben im Text finden.

 

Was sind geeignete Alternativen zu Blähton im Hochbeet?

Zuerst: Es gilt das Problem mit dem stabilen Wasserhaushalt zu lösen. Wahrscheinlich benötigst du dann auch kein Blähton mehr im Hochbeet.

  1. Sorg für eine geeignete Erde im Hochbeet. Terra Preta bietet sich dabei an!
  2. Das überschüssige Wasser muss aus dem Gefäss herausfliessen können. Du kannst dafür beispielsweise einen Ablauf installieren. Oder du kannst, wenn das möglich ist, dafür sorgen, dass am Boden etwas Wasser im Hochbeet bleibt. Sorg dafür, dass diese Schicht nicht aus Erde besteht (wegen den Fäulnisprozessen), sondern aus einer steinigen Schicht, die hygroskopisch ist. Achte auf pH-neutrales und umweltfreundliches Material.
  3. Achtung Eigenwerbung: Unser Hochbeet mit Wasserspeicher hat dieses Problem gelöst. Schau es dir doch mal an!
  4. Wenn du Töpfe hast, die du unbedingt behalten möchtest, kannst du bei uns abklären, ob ein Umbau auf unser Wasserspeicher-System möglich ist. Kontaktiere uns!

 

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