Der Irrtum am klassischen Hochbeetaufbau

Der Hochbeetaufbau mit Altholz, Grassoden und Laub- ein Irrtum!

Dieser Text soll unseren Standpunkt zum Aufbau eines Hochbeets beleuchten, wie er in Büchern und Beiträgen auf Websites und in sozialen Medien wieder und wieder erklärt wird.

Der Aufbau im Hochbeet mit Altholz

Bei der Eingabe nach „Hochbeet Aufbau“ oder „Hochbeet Schichten“ in Suchmaschinen findest du unzählige Anleitungen und Illustrationen. Diese zeigen dir, wie du Material im Hochbeet aufeinander schichten kannst. So kriegst du das Hochbeet voll Material.

Tönt gut? Nein! Denn die Natur kennt normalerweise die Situation nicht, dass auf einem halben Meter verrottbarem Material Erde liegt, auf dem gegärtnert wird.

Die Rotte benötigt Sauerstoff

Wenn Material verrottet, kommen biologische Aktivitäten ins Spiel: Mikroorganismen ernähren sich vom Material. Pilze zersetzen das Holz. Kleintiere zerkleinern die Fasern. Unter Luftabschluss kippt die Rotte leicht. Fäulnisprozesse entstehen.

Fäulnisprozesse stören beim Wachstum

Die meisten kennen dies vom Kompost: Wenn zu wenig Sauerstoff für die Kompost-Verrottung zur Verfügung steht, beginnt es zu stinken. Dies liegt daran, dass die Mikroben-Welt nicht Sauerstoff atmen kann. Sie muss mit anderen Elementen als dem Sauerstoff in Verbindung gehen. Es entstehen Faulgase wie Ammoniak, Schwefelwasserstoffe, Methan und andere, klimaschädliche Gase.

Die Schichtung bei Hochbeeten – Barriere für die Biologie

Ein wichtiger Treiber dieser nicht optimal ablaufenden Zersetzungsprozesse ist die oft angepriesene Schichtung der Materialien in den Hochbeeten. So soll über dem groben Holz eine dichte Schicht umgedrehter Gras-Soden angelegt werden. Danach kann zentimeterdick Laub aufgetragen werden. Dies ist eine sich kaum zersetzbare Barriere für Regenwürmer und andere Kleintiere, die die Erde doch so durchgängig und krümelig machen.

Ist es deswegen gerechtfertigt, vom Irrtum des klassischen Hochbeetaufbaus zu schreiben? Der einzige Vorteil dieser Methode ist, dass überschüssiges faseriges Material aus dem Garten mittelfristig in Erde verwandelt wird. Es muss nichts wegtransportiert werden, um dann wieder Nährstoffe einzukaufen. Auch gereifter Pferdemist wird viel propagiert. Dies ist sicher eine gute Sache in einem Hochbeet, wenn dieser verwertet werden soll! Auch die Rottewärme des Pferdemists lässt Pflanzen schneller wachsen im Frühjahr. Trotzdem, nicht jede/-r hat dieses zur Verfügung. Daher ist diese Hochbeet-Hilfe nur für ganz wenig Anwender geeignet.

Hochbeet befüllen – Der Waldboden machts vor!

Dein Hochbeet kannst du am Vorbild des Waldbodens aufbauen.

Zu unterst soll der Boden Feuchtigkeit spenden, die Wurzeln deiner Gemüsepflanzen finden den Weg.

Darauf kannst du gut einen schweren Boden einsetzen, etwa einen Drittel bis die Hälfte der Hochbeethöhe. Im Wald ist das der B-Horizont. Dieser Boden darf steinig und /oder etwas lehmig sein. Natürlich kannst du auch bereits humusreiche Erde verwenden.

Darauf kommt der fruchtbare A-Horizont, die humusreiche Erde. Empfehlen können wir dir Erde, die nicht lagerfähig gemacht wurde und dafür mit Dampf abgetötet bzw. sterilisiert wurde. Die Kleinstlebewesen in lebendigem Boden tauschen sich mit den Pflanzen aus. Gesunde Pflanzen sind die Folge.

Zu oberst im Beet deckst du die Erde mit einer Mulchschicht ab. Der Waldboden ist nie blank, und wenn, dann nur für ganz kurze Zeit. Am schnellsten wachsen dann die Pflanzen, die du nicht möchtest. Diese Bei- oder Unkräuter kannst du stark eindämmen mit einer Abdeckschicht.

Hier kommst du zu unserem Leitartikel über Hochbeete

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